ihrer Ehe gewesen, doch sie hatte riesige Angst vor den Konsequenzen, wenn sie Daniel ihren Seitensprung mit Nachbar Moritz gestand. Sie liebte ihre Familie und sie liebte auch ihren Mann nach wie vor, daran bestand überhaupt kein Zweifel, inzwischen eben nur eher auf eine familiäre Art als auf die leidenschaftliche, heißblütige, in der sie mit Moritz geschlafen hatte. Bei Daniel und ihr war schon seit einiger Zeit im Bett nicht mehr viel los, aber heute war ihr erst so richtig klar geworden, wie sehr sie den wilden Sex vermisste. Julia beschloss, dass ihr Partner dennoch ein Recht darauf hatte, zu erfahren, was passiert war. Nachdem sie sich auf den Nachbarsjungen eingelassen hatte, musste sie nun auch mit den Konsequenzen leben, wie auch immer sie aussehen würden. 36. „Jetzt warte doch mal!", hörte Luisa ihren Bruder aus dem Flur rufen und steckte neugierig den Kopf durch die Küchentür. Schon zum zweiten Mal an diesem Wochenende sah sie ihn ganz nackt, weil er diesmal aber mit Lily beschäftigt war, konnte sie jetzt unbemerkt länger seinen Schritt betrachten. Das war gerade ein spannender Anblick, denn Toby hatte einen Halbsteifen. Lily zögerte kurz, schüttelte dann aber den Kopf und erwiderte: „Es tut mir leid, jetzt nicht." Dann verließ sie die Wohnung, schnell an Luisas irritierter Mutter vorbei, die überraschend vor der Tür stand. Für noch mehr sichtbare Verwirrung bei Julia sorgte der nackte Toby, der sich jedoch wortlos zurückzog. Als sie Luisa in der Küchentür ...
entdeckte, fragte sie: „Was ist denn hier los?" Luisa zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Ich kümmere mich mal um Toby." Sie verließ die Küche und folgte ihrem Bruder in sein Zimmer. Nach wie vor nackt saß er auf seinem Bett. „Raus!", pflaumte er sie an. Doch Luisa hörte nicht darauf und setzte sich neben ihn. „Was ist denn passiert?", wollte sie wissen. „Was weiß ich! Du bist passiert!", pampte er zurück. „Wie?!" „Ja, keine Ahnung, alles war super, aber dann bist du reingeplatzt und Lily wollte nur noch weg! Vielen Dank auch!" „Das tut mir leid", entschuldigte Luisa sich ehrlich betroffen. „Soll ich mit ihr sprechen? Ihr sagen, dass das für mich klargeht?" „Hab ich doch längst", berichtete Toby resigniert, „und auch, dass du dichthältst. Ich glaub nur, du bist nicht ihr Problem. Eher die ganze Familie. Zu zweit konnten wir das gut verdrängen, aber ich schätze mal, dein Auftritt hat sie wieder krass daran erinnert." „Oh Mann", ärgerte sie sich über sich selbst, „aber du hättest mir vorher auch ehrlich sagen können, dass du mit ihr schläfst! Dann wäre ich doch nie reingekommen!" „Ach , jetzt bin ich schuld?!", muffelte er. „Nein", entgegnete Luisa, um die Situation zu entschärfen, „es ist einfach saublöd gelaufen." Sie nahm ihren Bruder in den Arm. „Gib ihr ein bisschen Zeit. Das wird schon wieder, Brüderchen." Toby lehnte sich bei ihr an. „Hoffentlich", wünschte er sich und informierte sie nach einer kurzen Pause: „Außerdem habe ich nicht mit Lily geschlafen. So weit sind wir ...